Warum passgenaue Verpackungen mehr brauchen als den richtigen Karton und welche Rolle moderne Klebstofftechnologien für effiziente und nachhaltige E-Commerce-Prozesse spielen
Steigende Versandkosten, Fachkräftemangel, wachsende Auftragsvolumina und neue regulatorische Anforderungen stellen E-Commerce-Unternehmen vor dieselbe Herausforderung: Mehr Pakete müssen schneller, effizienter und ressourcenschonender verarbeitet werden. Für Marken mit eigenem Online-Shop, reine Online-Händler und Fulfillment-Center wird die Verpackung damit zu einem strategischen Hebel – nicht nur für Nachhaltigkeit, sondern auch für Kosten, Prozessleistung und Kundenzufriedenheit.
Eine zentrale Antwort darauf ist Right-Sized Packaging. Dabei wird die Versandverpackung automatisch an die tatsächliche Größe des jeweiligen Produkts angepasst. Statt Produkte in standardisierte Kartons mit viel Leerraum zu packen und diesen mit Füllmaterial auszugleichen, entsteht eine passgenaue Verpackung direkt im Prozess. So lassen sich Verpackungsmaterial, Füllstoffe und ungenutztes Transportvolumen deutlich reduzieren. Durch die Herstellung bedarfsgerechter Versandverpackungen kann der Kartonageverbrauch im Verpackungsprozess um bis zu 30 Prozent sinken. Gleichzeitig lässt sich das Transportvolumen um bis zu 20 Prozent reduzieren, da weniger Luft transportiert wird und vorhandene Transportkapazitäten effizienter genutzt werden – was Transportkosten und CO₂-Emissionen pro Paket senken kann.
Doch Right-Sized Packaging entfaltet sein volles Potenzial erst dann, wenn nicht nur der Karton, sondern der gesamte Verpackungsprozess betrachtet wird. Variable Packgrößen, wechselnde Kartonqualitäten und teils hohe Liniengeschwindigkeiten stellen neue Anforderungen an die Prozessstabilität. Genau hier kommt ein oft unterschätzter Faktor ins Spiel: der Klebstoff.
Die EU-Verpackungsverordnung PPWR (Packaging & Packaging Waste Regulation) erhöht zusätzlich den Druck auf Unternehmen, Verpackungen ressourceneffizienter zu gestalten. Für Transport- und E-Commerce-Verpackungen ist ab 2030 eine maximale Leerraumquote von 50 Prozent vorgesehen; die konkrete Berechnungsmethodik wird durch weitere Regelungen präzisiert. Für Unternehmen bedeutet das: Überdimensionierte Versandkartons und unnötiges Füllmaterial werden nicht nur aus Nachhaltigkeitsperspektive problematisch, sondern auch aus operativer und regulatorischer Sicht.
Right-Sized Packaging hilft, diese Herausforderung zu adressieren. Die Verpackung wird exakt an das Produkt angepasst, wodurch Unter- und Überverpackung vermieden werden können. Gleichzeitig lassen sich Transportkapazitäten besser ausnutzen, Verpackungsabfälle reduzieren und Prozesse besser auf schwankende Auftragsvolumina ausrichten.
Für Fulfillment-Verantwortliche und Verpackungsentwickler:innen ist dabei entscheidend, dass passgenaue Verpackung nicht auf Kosten der Prozesssicherheit geht. Eine Verpackung muss auch bei variierenden Formaten zuverlässig verschlossen werden, sich in automatisierte Linien integrieren lassen und den Belastungen im Versand standhalten. Der richtige Karton ist dafür aber nur ein Teil der Lösung.
Bei automatisierten Right-Sized-Packaging-Prozessen werden Versandkartons in der Regel mit Schmelzklebstoffen verschlossen. Anders als Klebebänder oder manuelle Verschlusslösungen lassen sich Hotmelts präzise dosieren und gezielt dort auftragen, wo die Verbindung benötigt wird. Das ist besonders relevant, wenn innerhalb einer Linie unterschiedliche Formate verarbeitet werden – etwa flache Slim-Box-Formate, hohe Tall-Box-Formate oder kompakte Cube-Boxen.
Gleichzeitig beeinflusst der Klebstoff weit mehr als nur den Kartonverschluss. Er wirkt sich auf Energieverbrauch, Materialeinsatz, Prozessstabilität, Wartungsaufwand und Recyclingfähigkeit aus – und wird damit zu einem wichtigen Baustein nachhaltiger Verpackungsprozesse.
Weniger Abfall, mehr Effizienz: Passgenaue Verpackungen sind der clevere Weg zu versenden. Durch individuell auf den Inhalt zugeschnittene Pakete reduzieren Unternehmen Materialeinsatz, senken Versandkosten und steigern die Gesamteffizienz.
Der Kurzfilm zeigt anschaulich, wie passgenaue Verpackungen in der Praxis umgesetzt werden.
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Klebstoffe als Nachhaltigkeitshebel
Nicht jedes Unternehmen verfolgt dieselben Nachhaltigkeitsziele. Während einige den Energieverbrauch ihrer Verpackungslinien reduzieren möchten, steht für andere die Verringerung des CO₂-Fußabdrucks im Vordergrund.
Das TECHNOMELT E-COM Portfolio von Henkel wurde speziell für automatisierte E-Commerce-Verpackungsprozesse entwickelt und bietet für diese unterschiedlichen Anwendungen passende Lösungen.
Energieverbrauch senken: Technomelt E-COM E2 COOL
Für Unternehmen, die den Energieverbrauch ihrer Verpackungslinien reduzieren möchten, bietet TECHNOMELT E-COM E2 COOL einen direkten Hebel. Der Schmelzklebstoff wird bereits bei 130 bis 150 °C verarbeitet und benötigt damit deutlich geringere Temperaturen als viele herkömmliche Hotmelt-Anwendungen.
Welchen Unterschied das in der Praxis machen kann, zeigt eine Case Study mit einem britischen E-Commerce-Händler: Nach der Umstellung von einem EVA-basierten Hotmelt auf TECHNOMELT E-COM E2 COOL sank der Energieverbrauch um 42 Prozent, während gleichzeitig 52 Prozent weniger Klebstoff benötigt wurden. Zusätzlich verbesserten sich Prozessstabilität und Anlagenverfügbarkeit durch weniger Verkohlung, geringeren Wartungsaufwand und eine längere Lebensdauer von Düsen, Filtern und Schläuchen.
CO2-Fußabdruck reduzieren: Technomelt E-COM G4 ECO
Unternehmen, die den CO₂-Fußabdruck ihrer Verpackungsprozesse reduzieren möchten, finden in TECHNOMELT E-COM G4 ECO eine Lösung auf Basis biobasierter Rohstoffe mit reduziertem Cradle-to-Gate-CO₂-Fußabdruck. Nachhaltigkeit wird dadurch nicht nur über Verpackungsdesign und Kartonmaterialien adressiert, sondern auch über den Klebstoff – ohne Kompromisse bei automatisierten Verpackungsprozessen.
Für Unternehmen mit Scope-3-Zielen kann dies ein zusätzlicher Hebel zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks entlang des Verpackungsprozesses sein.
Energie & CO2: Technomelt E-COM G5 ECO COOL
Viele Unternehmen möchten sowohl ihren Energieverbrauch als auch ihren CO₂-Fußabdruck reduzieren. TECHNOMELT E-COM G5 ECO COOL kombiniert hierfür biobasierte Rohstoffe mit einer niedrigen Verarbeitungstemperatur von 120 bis 150 °C.
Die Lösung verbindet damit die Vorteile eines reduzierten CO₂-Fußabdrucks mit den Effizienzpotenzialen einer Niedrigtemperaturtechnologie. Gleichzeitig unterstützt die Kompatibilität mit Papierrecyclingprozessen einen ganzheitlichen Ansatz für nachhaltigere E-Commerce-Verpackungen.
Nachhaltige Verpackungen müssen nicht nur ressourcenschonend produziert, sondern auch in bestehende Recyclingströme integriert werden können. Die genannten Klebstofflösungen sind nach cyclos-HTP zertifiziert und bei Anwendung gemäß den EPRC-Industriestandards mit Papierrecyclingprozessen kompatibel.
Moderne Verpackungssysteme für kundenindividuelle Verpackungsautomatisierung können bis zu 1.100 Pakete pro Stunde verarbeiten. Damit lassen sich hohe Auftragsvolumina und saisonale Spitzen effizient bewältigen. Gleichzeitig reduziert Right-Sized Packaging Materialeinsatz, Leerraum und Transportvolumen.
Für Fulfillment-Center, Online-Händler und Marken mit eigenen Verpackungszentren entsteht daraus ein doppelter Mehrwert: effizientere Prozesse und eine nachhaltigere Verpackungsstrategie. Der Klebstoff spielt dabei eine wichtige Rolle, da er Energieverbrauch, Prozessstabilität, Verpackungsqualität und Recyclingfähigkeit beeinflusst.
Für Unternehmen, die Right-Sized Packaging einführen oder weiter optimieren möchten, stellt sich nicht nur die Frage nach der passenden Maschine oder dem richtigen Kartonmaterial. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Verpackungsdesign, Material, Automatisierung, Applikationstechnologie und Klebstoff.
Ein Klebstoff mit niedriger Verarbeitungstemperatur kann helfen, Energie im Verpackungsprozess zu sparen. Ein biobasierter Klebstoff kann den CO₂-Fußabdruck der eingesetzten Lösung reduzieren. Eine Kombination aus beiden Ansätzen kann Unternehmen unterstützen, Effizienz- und Nachhaltigkeitsziele gleichzeitig zu verfolgen. Genau diese Differenzierung bietet das TECHNOMELT E-COM Portfolio.
Für Verpackungsentwickler:innen bedeutet das mehr Flexibilität bei der Auslegung automatisierter Verpackungslinien. Für Operations-Verantwortliche bedeutet es stabilere Prozesse und potenzielle Einsparungen bei Energie, Material und Wartung. Für Brand Owner und Online-Händler bedeutet es eine Verpackungsstrategie, die nicht nur nachhaltiger wirkt, sondern auch operativ belastbar ist.
Right-Sized Packaging reduziert Leerraum, Materialeinsatz und Transportvolumen. Der volle Nutzen entsteht jedoch erst, wenn der gesamte Verpackungsprozess betrachtet wird – von der Kartonbildung bis zur Verklebung.
Moderne Schmelzklebstoffe tragen dazu bei, Verpackungsprozesse effizient, stabil und recyclingkompatibel zu gestalten. Je nach Zielsetzung reduzieren sie Energieverbrauch, CO₂-Fußabdruck oder Materialeinsatz.
Für Unternehmen lautet die entscheidende Frage daher nicht nur: Wie groß sollte der Karton sein? Sondern auch: Welche Technologien helfen dabei, die Vorteile von Right-Sized Packaging wirtschaftlich und nachhaltig auszuschöpfen?
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