Was E-Commerce-Versender bei Leerraum, Materialeffizienz und recyclingorientierten Verpackungslösungen beachten sollten.
E-Commerce-Verpackungen stehen durch die PPWR (Packaging & Packaging Waste Regulation) besonders dort unter Druck, wo Überverpackung am sichtbarsten wird: bei zu großen Versandkartons, unnötigem Leerraum und hohem Füllmaterialeinsatz. Die EU-Verpackungsverordnung zielt darauf ab, Verpackungsabfälle zu reduzieren, Verpackungen recyclingfähiger zu machen und den Materialeinsatz über den gesamten Lebenszyklus hinweg stärker zu begrenzen. Sie gilt für Verpackungen und Verpackungsabfälle unabhängig von Material oder Herkunft.
Die Verordnung entfaltet ihre Wirkung dabei nicht auf einen Schlag, sondern gestaffelt: Die allgemeinen Grundpflichten, etwa Registrierungs- und Kennzeichnungsanforderungen, gelten ab dem 12. August 2026. Weitere, konkretere Anforderungen folgen in den Jahren danach. Eine der wichtigsten für den E-Commerce: Ab dem 1. Januar 2030 gilt für Um-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen eine maximale Leerraumquote von 50 %, deren konkrete Berechnungsmethodik durch weitere Regelungen noch präzisiert wird. Das bedeutet: Unternehmen haben zwar noch mehrere Jahre Zeit zur konkreten Umsetzung dieser Quote – sollten Beschaffungs- und Verpackungsprozesse angesichts langer Planungs- und Beschaffungszyklen aber schon jetzt entsprechend ausrichten, statt später unter Zeitdruck nachzurüsten.
Für Verpackungsklebstoffe verändert die PPWR vor allem den Bewertungskontext: Sie werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer E-Commerce-Verpackungslösung. Für Brand Owner, Onlinehändler und Fulfillment Center ist Leerraumreduktion damit nicht nur ein regulatorisches Thema mit langem Vorlauf. Sie beeinflusst schon heute Materialeinsatz, Füllmaterialbedarf, Transporteffizienz, Fulfillment-Prozesse und die Nachhaltigkeitswahrnehmung beim Endkunden.
Im E-Commerce wurden standardisierte Versandkartons lange als pragmatische Lösung betrachtet: einfach zu lagern, schnell zu verarbeiten und flexibel für verschiedene Produktgrößen einsetzbar. Unter den neuen Anforderungen geraten solche Systeme stärker unter Druck, wenn sie regelmäßig zu viel Leerraum erzeugen.
Überdimensionierte Verpackungen verursachen mehr Kartonmaterial, mehr Füllmaterial, mehr Transportvolumen und höhere Logistikkosten. Gleichzeitig können sie beim Kunden den Eindruck erwecken, dass Nachhaltigkeitsversprechen und Verpackungspraxis nicht zusammenpassen. Right-sized Packaging setzt genau hier an: Verpackungen werden stärker an die tatsächlichen Produktabmessungen angepasst, um Leerraum und Void-Fill-Materialien zu reduzieren.
Damit verschiebt sich die zentrale Frage für Entscheider. Nicht nur: „Ist unsere Verpackung stabil genug?" Sondern: „Ist unsere Verpackung passend dimensioniert, materialeffizient, recyclingorientiert und prozesssicher skalierbar?"
Je passgenauer und variabler E-Commerce-Verpackungen werden, desto höher sind die Anforderungen an die Verschlusslösung. Der Klebstoff muss zuverlässig funktionieren, auch bei wechselnden Kartongrößen, unterschiedlichen Wellpappenqualitäten, variierenden Oberflächen oder Recyclingfaseranteilen.
Klebstoffe machen nur einen kleinen Anteil der Verpackung aus. Sie können aber maßgeblich beeinflussen, ob eine materialeffiziente Verpackung im Alltag funktioniert: ob sie sicher geschlossen bleibt, automatisiert verarbeitet werden kann und in papierbasierte Recyclingkonzepte passt.
Wichtig ist dabei die richtige Einordnung: PPWR-Konformität wird nicht über einen einzelnen Klebstoff entschieden. Sie muss immer auf Ebene der vollständigen Verpackungslösung bewertet werden. Für Unternehmen ist aber entscheidend, dass jede Komponente, einschließlich des Klebstoffs, zur Gesamtstrategie passt.
Weniger Abfall, mehr Effizienz: Passgenaue Verpackungen sind der clevere Weg zu versenden. Durch individuell auf den Inhalt zugeschnittene Pakete reduzieren Unternehmen Materialeinsatz, senken Versandkosten und steigern die Gesamteffizienz.
Der Kurzfilm zeigt anschaulich, wie passgenaue Verpackungen in der Praxis umgesetzt werden.
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Für große Brand Owner ist die E-Commerce-Verpackung längst Teil der Markenwahrnehmung. Kunden erleben sie direkt: beim Empfang, Öffnen und Entsorgen. Eine zu große Verpackung mit viel Füllmaterial wirkt schnell ineffizient und verärgert Kunden.
Brand Owner sollten deshalb prüfen, ob ihre Versandverpackungen noch zu künftigen Anforderungen und Kundenerwartungen passen:
- Werden Verpackungsformate wirklich an Produktgrößen angepasst oder wird zu häufig mit Standardvolumen gearbeitet?
- Wo entstehen Leerraum, Füllmaterialeinsatz oder Materialkombinationen, die reduziert werden könnten?
- Sind Karton, Füllmaterial, Verschlusslösung, Automatisierung und Recyclingpfad als Gesamtsystem bewertet?
Fulfillment Center stehen vor einer ähnlichen, aber stärker operativen Herausforderung. Sie müssen Verpackungsprozesse für viele Auftraggeber, Produktgruppen und Zielmärkte effizient standardisieren und gleichzeitig flexibel genug bleiben, um unterschiedliche Produktmaße und Verpackungsanforderungen abzubilden.
Gerade hier kann Leerraumreduktion ein erheblicher Hebel sein. Passgenaue Verpackungen können helfen, Füllmaterial zu reduzieren, Transportvolumen besser zu nutzen und Prozesse effizienter auszurichten. Gleichzeitig darf Right-sized Packaging nicht zulasten von Maschinengängigkeit, Verschlussqualität oder Prozessstabilität gehen.
In Deutschland bleibt zudem das Verpackungsgesetz (VerpackG) relevant: Versand- und Onlinehändler müssen grundsätzlich im Verpackungsregister LUCID registriert sein; Versandverpackungen sind fast ausnahmslos systembeteiligungspflichtig. Im Fulfillment-Kontext gilt: Verpackt ein Fulfillment-Dienstleister Waren in systembeteiligungspflichtige Versandverpackungen, muss der Auftraggeber die verpackungsrechtlichen Pflichten erfüllen. Der Fulfillment-Dienstleister muss unter anderem prüfen, ob der Auftraggeber registriert ist und die Systembeteiligung erfüllt.
Kurz gesagt: Verpackungslösungen müssen künftig nicht nur schnell laufen. Sie müssen auch materialeffizient, dokumentierbar und über unterschiedliche Anwendungen hinweg zuverlässig funktionieren.
Die Klebstoffe der Reihe TECHNOMELT E-COM sind für moderne E-Commerce-Verpackungsanwendungen entwickelt und unterstützen automatisierte Verpackungsprozesse. Das Portfolio ist auf Anforderungen wie zuverlässige Verarbeitung, unterschiedliche papierbasierte Substrate und recyclingorientierte Verpackungskonzepte ausgerichtet.
Besonders relevant wird das bei Right-sized Packaging. Wenn Verpackungen automatisch an Produktgrößen angepasst werden, müssen Verschlusslösungen mit wechselnden Formaten, Substraten und Prozessbedingungen zuverlässig umgehen können.
Henkel unterstützt Unternehmen dabei, die Verschlusslösung früh in die Entwicklung materialeffizienter E-Commerce-Verpackungen einzubeziehen: von der Substrat- und Formatbewertung über automatisierte Verarbeitung bis zur Recyclingorientierung der gesamten Verpackungslösung.
Das Ziel ist nicht, Klebstoffe isoliert als Antwort auf PPWR oder Verpackungsgesetz zu betrachten. Entscheidend ist, die passende Lösung für die konkrete Verpackung, das eingesetzte Substrat und das Maschinensetup zu finden.
Der folgende Kurzcheck hilft Verpackungsverantwortlichen, die eigene Lösung pragmatisch einzuordnen:
- Wie hoch ist der Leerraumanteil Ihrer typischen Versandverpackungen und wo entstehen die größten Abweichungen zwischen Produktgröße und Verpackungsgröße?
- Ist Ihre Verpackung auf das notwendige Gewicht und Volumen reduziert, ohne Produktschutz und Funktionalität zu gefährden?
- Nutzen Sie häufig Standardverpackungen, obwohl kleinere oder passgenauere Formate Füllmaterial, Transportvolumen und Verpackungsabfall reduzieren könnten?
- Unterstützt Ihre aktuelle Verpackungslösung papierbasierte Recyclingkonzepte?
- Können Verpackungsmaterialien, Formate, Leerraumanteile und Mengen für Compliance- und Reporting-Zwecke sauber dokumentiert werden?
Wenn mehrere dieser Fragen offenbleiben, muss das kein Grund zur Sorge sein – aber ein guter Anlass, genauer hinzuschauen. Melden Sie sich gerne bei uns für eine unverbindliche Beratung. Lieber erst selbst lesen? Unser Whitepaper informiert Sie über die Verpackungsautomatisierung im E-Commerce.
PPWR und Verpackungsgesetz (VerpackG) verändern den Blick auf E-Commerce-Verpackungen. Besonders die Begrenzung von Leerraum macht deutlich: Zukunftsfähige Versandverpackungen müssen passender, materialeffizienter und besser auf Recycling- und Logistikprozesse abgestimmt sein. Auch wenn die konkrete 50-%-Grenze erst 2030 verbindlich greift, lohnt sich die Vorbereitung schon jetzt.
Für Brand Owner geht es dabei um Nachhaltigkeitswirkung, Kundenerlebnis und regulatorische Vorbereitung. Für Fulfillment Center geht es um Standardisierung, Prozessstabilität und effiziente Skalierung. In beiden Fällen spielt die Verschlusslösung eine wichtigere Rolle, als ihr Materialanteil vermuten lässt.
Henkel unterstützt Unternehmen dabei, Verpackungsklebstoffe nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil einer ganzheitlichen E-Commerce-Verpackungsstrategie: für weniger Leerraum, zuverlässige automatisierte Prozesse und recyclingorientierte papierbasierte Verpackungskonzepte.
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